Bei Magnesiumsupplementen auf die Bioverfügbarkeit achten

Um einen Magnesiummangel durch Supplemente gezielt ausgleichen zu können, sollten Arzneimittel eingesetzt werden, die sich durch eine hohe Bioverfügbarkeit auszeichnen. Dabei sind organisch gebundene Verbindungen des Biofaktors in oraler Form wie Aspartat, Orotat oder Citrat zu bevorzugen.1,2,3 Diese zeichnen sich durch eine höhere Bioverfügbarkeit im Vergleich zu anorganisch gebundenen Magnesiumsalzen wie Magnesiumoxid aus.

Laut einer in-vitro-Untersuchung konnte Magnesiumorotat eine sehr hohe Absorptionsrate von bis 90 % und eine schnelle Wirkstoff-Freisetzung innerhalb von 10 Minuten zeigen.4

Ergänzend wurden in einer in-vivo-Untersuchung aus den in-vitro-Tests zwei Magnesiumverbindungen mit gegensätzlicher Bioverfügbarkeit, also ein Präparat mit besonders hoher und eins mit schlechter Bioverfügbarkeit, getestet. Dabei stellte sich heraus, dass die in-vitro-Bioverfügbarkeit direkt in eine schlechtere Bioverfügbarkeit in vivo übertragen werden kann bzw. dass die in-vivo-Bioverfügbarkeit in keinem Zusammenhang mit dem Magnesiumgehalt der Präparate stand, sondern mit der in-vitro-Löslichkeit und Biozugänglichkeit.

In der täglichen Praxis sollte daher hinsichtlich der Supplementierung weniger auf den Magnesiumgehalt, sondern vielmehr auf die Magnesiumverbindung und deren Bioverfügbarkeit geachtet werden. Dies kommt auch der Verträglichkeit der Magnesiumsupplementierung zugute, denn aufgrund der wasserbindenden Wirkung im Darm kann es bei hoher Magnesiumzufuhr zu Durchfällen kommen. Daher sollten sich gesunde Personen an die vom BfR empfohlene Tageshöchstdosis von 250 mg halten und diese auf mindestens zwei Einnahmen verteilen.

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Lesen Sie auch das Review:

J. Frank, K. Kisters, OA. Stirban, S. Lorkowski, M. Wallert, S. Egert, MC. Podszun, JA. Pettersen, S. Venturelli, HG. Classen, J. Golombek.:

The role of biofactors in the prevention and treatment of age-related diseases. Biofactors 2021, 47: 522-550, IF 6.113

https://iubmb.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/biof.1728

 

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Literatur:

(1) Walker AF et al.: Mg citrate found more bioavailable than other Mg preparations in a randomised, double-blind study. Magnes Res 2003 Sep; 16(3): 183-191

(2) Stepura OB et al.: Magnesiumorotat in severe congestive heart failure (MACH). Int J Cardiol 2009 Jan 9; 131(2): 293-295

(3) Kisters K et al.: Positiver Effekt einer Magnesiumorotat-Therapie bei hypertensiver Herzerkrankung. Nieren- u. Hochdruckkrankheiten Jahrgang 45, Nr. 1/2016, 1-6

(4) Blancquaert L et al.: Predicting and Testing Bioavailability of Magnesium Supplements. Nutrients 2019 Jul 20; 11(7): 1663