
Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle oder stechende Schmerzen in den Füßen gehören zu den häufigsten Anzeichen einer diabetischen Neuropathie. Etwa jeder dritte Mensch mit Diabetes entwickelt im Laufe der Erkrankung eine Schädigung der Nerven. Ursache sind vor allem dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, die Stoffwechselprozesse in den Nervenzellen verändern und langfristig Nerven sowie kleine Blutgefäße schädigen können.
Neben einer guten Blutzuckereinstellung, regelmäßiger Bewegung und einer sorgfältigen Fußpflege können bestimmte Biofaktoren dazu beitragen, die Nervengesundheit zu unterstützen. Einer der am besten untersuchten ist Benfotiamin.
Benfotiamin – die besonders gut verfügbare Form von Vitamin B1
Benfotiamin ist eine fettlösliche Vorstufe von Vitamin B1 (Thiamin). Im Vergleich zu wasserlöslichem Thiamin wird es deutlich besser aufgenommen und erreicht höhere Konzentrationen im Gewebe. Das ist besonders wichtig, denn Menschen mit Diabetes haben häufig niedrigere Vitamin-B1-Spiegel. Der Grund: Sie scheiden das Vitamin vermehrt über die Nieren aus.
Der Biofaktor ist unverzichtbar für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen. Fehlt er, können Nerven empfindlicher auf die schädlichen Auswirkungen dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte reagieren.
Weniger schädliche Stoffwechselprodukte, mehr Schutz für die Nerven
Benfotiamin aktiviert ein wichtiges Enzym des Zuckerstoffwechsels (Transketolase). Dadurch wird Glukose verstärkt in normale Stoffwechselwege geleitet. Gleichzeitig entstehen weniger schädliche Stoffwechselprodukte, sogenannte Advanced Glycation Endproducts (AGEs), die an der Entstehung von Nerven- und Gefäßschäden beteiligt sind.
Klinische Studien zeigen, dass Benfotiamin typische Beschwerden einer diabetischen Neuropathie wie Brennen, Kribbeln oder Schmerzen lindern und die Nervenfunktion verbessern kann. Besonders günstig scheint eine frühzeitige Anwendung zu sein, bevor Nervenschäden weit fortgeschritten sind.
Kurz gesagt: Benfotiamin kann dazu beitragen, Nerven bei Diabetes gezielt zu unterstützen und neuropathischen Beschwerden entgegenzuwirken.
Und noch ein Tipp: Auch ein Vitamin-B12-Mangel kann Kribbeln, Taubheitsgefühle und Nervenschmerzen verursachen oder verstärken – besonders bei einer Behandlung mit Metformin. Mehr dazu erfahren Sie hier.