Tipp der Woche: Warum ältere Menschen häufig unter einem Biofaktorenmangel leiden

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für einen Mangel an essenziellen Biofaktoren wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese Nährstoffe sind entscheidend für den Stoffwechsel, die Immunfunktion, Knochen- und Muskelgesundheit sowie die kognitive Leistungsfähigkeit.

Diese Risikofaktoren sind bekannt: 

• Medikamenteneinnahme: Viele ältere Menschen nehmen über längere Zeit mehrere Medikamente ein, die die Aufnahme oder Verwertung von Biofaktoren beeinflussen können. Beispiele: Ein Vitamin-B12-Mangel ist bei Patienten unter Metformintherapie gut dokumentiert. Die langfristige Anwendung von Diuretika hingegen kann zu Magnesiummangel führen.

• Chronische Erkrankungen: Krankheiten wie Diabetes mellitus, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen verändern sowohl den Bedarf als auch die Verwertung von Biofaktoren. Bei Patienten mit Diabetes mellitus werden beispielsweise häufiger Defizite an Magnesium, Zink und Chrom beobachtet, was auf erhöhte renale Verluste, veränderten Stoffwechsel und eingeschränkte Aufnahme zurückgeführt wird.

• Resorptionsstörungen: Alterungsbedingte Veränderungen im Gastrointestinaltrakt – reduzierte Magensäureproduktion, Veränderungen der Darmflora oder intestinale Erkrankungen – können die Aufnahme von Biofaktoren, beispielsweise Vitamin B12 oder Folsäure, reduzieren.

• Ernährungsbedingte Faktoren: Appetitlosigkeit, Kau- oder Schluckbeschwerden sowie eine geringe Vielfalt in der Ernährung führen häufig zu einer unzureichenden Versorgung mit essenziellen Biofaktoren.

• Beeinträchtigte endogene Synthese oder Lebensstilfaktoren: Mit zunehmendem Alter sinkt beispielsweise die hauteigene Produktion von Vitamin D unter Sonnenlichteinfluss. Gleichzeitig können reduzierte körperliche Aktivität und geringere Zufuhr frischer Lebensmittel den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen erhöhen.

Was bedeutet das für Praxis? 

Eine Überprüfung des Biofaktorenstatus ist gerade bei älteren Menschen zu empfehlen, insbesondere bei Polypharmazie, chronischen Erkrankungen oder eingeschränkter Nahrungsaufnahme. Liegt ein Mangel vor, kann eine gezielte Supplementierung helfen, Mangelerscheinungen zu vermeiden und die Gesundheit, Vitalität und Lebensqualität zu stabilisieren.

Und noch ein Extra-Tipp: Die Gesellschaft für Biofaktoren stellt aktuelle Forschungsergebnisse und Übersichten zu Biofaktoren und ihren Wirkungen bereit. Ausführliche Informationen finden Sie hier: www.gf-biofaktoren.de/wissenswertes-ueber-biofaktoren/steckbriefe/

 

 

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