Mikronährstoff-Teufelskreis: Magnesium- und Vitamin D-Mangel verstärken sich gegenseitig

Mai 2016

Aktuellen Erkenntnissen zufolge besteht eine enge Beziehung zwischen dem Magnesium- und dem Vitamin D-Stoffwechsel, der für die klinische Praxis von nicht zu unterschätzender Relevanz ist. Darauf weist die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. hin: Ein Magnesium-Defizit kann einen Vitamin D-Mangel nach sich ziehen – und umgekehrt. Diesen Zusammenhängen sollte insbesondere bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Hypertonie besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn sie sind häufig von einem Mangel an beiden Mikronährstoffen betroffen, wodurch wiederum das kardiovaskuläre Risiko steigt.

Magnesium- und Vitamin D-Mangel können sich offensichtlich gegenseitig hochschaukeln. Besteht eine Unterversorgung mit Vitamin D, ist die Aufnahme von Magnesium reduziert. Auf der anderen Seite kann auch ein Magnesiumdefizit zu einem Vitamin D-Mangel führen, wie neuere Arbeiten jetzt gezeigt haben1. „Erniedrigte Magnesiumspiegel downregulieren Vitamin D-Stoffwechselenzyme, wie z.B. die 25-Hydroxyvitamin D-1 alpha-hydroxylase“, erklärte Prof. Klaus Kisters vom St. Anna Hospital in Herne.

So kann leicht ein gefährlicher Teufelskreis im Mikronährstoff-Haushalt entstehen, den man insbesondere bei Patienten mit Hypertonie und Diabetes mellitus im Blick behalten sollte. Denn sowohl ein Mangel an Magnesium als auch an Vitamin D ist bei diesen Patienten verbreitet und mit vielfältigen negativen Auswirkungen auf das Krankheitsgeschehen verbunden. „In einer eigenen aktuellen Untersuchung haben wir nachgewiesen, dass Patienten mit Diabetes mellitus und essentieller Hypertonie, die einen Magnesium- und Vitamin D-Mangel haben, zu erhöhten Interleukin 6-Spiegeln neigen“, berichtete Prof. Kisters. Dies sei ein deutlicher Marker für die Entstehung von Arteriosklerose und Gefäßschäden.2

Zahlreiche Studien zeigten außerdem, dass eine Magnesiumtherapie die Hypertonie, eine Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen, aber auch die Blutzuckerkontrolle bei Diabetes mellitus positiv beeinflussen kann. Eine aktuelle, in der Fachzeitschrift „Diabetes Medicine“ publizierte Metaanalyse3 bestätigte die inverse Assoziation zwischen Magnesium-Aufnahme und der Prävalenz des Metabolischen Syndroms. Ebenso konnten in den letzten Jahren die positiven Effekte eines ausgeglichenen Vitamin D-Status auf den Blutzucker, die Insulinsensitivität sowie auf die kardiovaskuläre Mortalität und Morbidität gut belegt werden.

Sich gegenseitig verstärkende Magnesium- und Vitamin D-Mangelzustände müssten daher unbedingt vermieden werden, rät die Gesellschaft für Biofaktoren. Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die volle Wirksamkeit einer Substitutionsbehandlung aufgrund dieser Zusammenhänge nur dann erreicht werden kann, wenn beide Defizite ausgeglichen werden. Die Experten von der GfB empfehlen dazu eine langfristige Behandlung mit 300 bis 500 mg Magnesium und mindestens 1000 I.E. Vitamin D pro Tag, wobei eine regelmäßige Kontrolle der Blut-Spiegel und des klinischen Verlaufs erfolgen sollten.

Literatur:
1 H. Matsuzaki et al. Magnes. Res. 26(2): 83-86, 2013.
2 K. Kisters et al. J. Hypertens. 32: e474, 2014
3 Dibaba DT et al. Diabete Med. 31 (11): 130-9, 2014

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