Aktuelle Studienanalyse bestätigt: Höhere Magnesiumzufuhr senkt das Schlaganfall-Risiko

Februar 2012

Eine gute Versorgung mit dem Mineralstoff Magnesium senkt offensichtlich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse mit mehr als 240.000 Teilnehmern, die in der renommierten Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht wurde.
Insbesondere der ischämische Schlaganfall, der durch eine Minderdurchblutung des Gehirns verursacht wird, tritt bei einer höheren Magnesium-Zufuhr signifikant seltener auf.

Schwedische Wissenschaftler um Susanna C. Larsson vom Karolinska-Institut in Stockholm werteten die Daten von 7 relevanten Studien der letzten 46 Jahre aus, in denen der Zusammenhang zwischen der Magnesium-Zufuhr und dem Schlaganfall-Risiko untersucht wurde. Bei den insgesamt 241.378 Studienteilnehmern ereigneten sich 6.477 Schlaganfälle. Die Analyse der Daten zeigte, dass eine um 100 mg höhere Magnesium-Zufuhr pro Tag mit einem um 8 Prozent niedrigeren Schlaganfall-Risiko verbunden ist.
Betrachteten die Forscher die unterschiedlichen Schlaganfall-Ursachen getrennt, kristallisierte sich vor allem ein schützender Effekt des Mineralstoffs vor einer Mangeldurchblutung im Gehirn (ischämischer Hirninfarkt) heraus. Auf die Häufigkeit von Hirnblutungen hatte die Magnesium-Aufnahme keinen erkennbaren Einfluss.

„Schon länger ist bekannt, dass Magnesium-Mangel das Risiko für Herz- und Gefäß-Erkrankungen erhöht“, kommentiert die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB) das Ergebnis. Denn eine Unterversorgung mit dem Mineralstoff fördert entscheidende Risikofaktoren für Arteriosklerose und Schlaganfall, wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und gefäßschädigende Entzündungen.

Risikogruppen: Im Zweifelsfall Magnesium ergänzen

In Übereinstimmung mit den Autoren der Studie raten die Wissenschaftler von der GfB zu einer ausgewogenen Ernährung mit vielen magnesiumreichen Lebensmitteln wie Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen. Der Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen beträgt etwa 300 bis 400 mg Magnesium. 100 mg Magnesium sind z.B. in 500g Rosenkohl, 200g Spinat, 130g Linsen oder 77g Walnüssen (ohne Schale) enthalten.
Die GfB gibt aber zu bedenken, dass gerade Schlaganfall-Gefährdete, wie Patienten mit Bluthochdruck oder Diabetes häufig nicht ausreichend mit dem Mineralstoff versorgt sind, da die Erkrankungen und die medikamentösen Behandlungen oft Magnesium-Verluste nach sich ziehen. Selbst eine bewusste Ernährung könne dann an ihre Grenzen stoßen. In diesen Fällen empfiehlt die GfB, die Magnesium-Versorgung durch ein Präparat sicher zu stellen. Geeignet seien beispielsweise Präparate aus der Apotheke, die den Mineralstoff in Verbindung mit Orotsäure als Magnesiumorotat enthalten. Denn die natürliche Substanz Orotsäure unterstützt die gefäßschützenden Eigenschaften des Magnesiums.

Zusätzlich sollten alle weiteren Einflussmöglichkeiten, das persönliche Schlaganfall-Risiko zu reduzieren, genutzt werden. Dazu zählen vor allem Bewegung, der Verzicht auf das Rauchen und die regelmäßige Kontrolle der Blutdruck- und Blutzuckerwerte.

Nach neuesten Schätzungen ereignen sich in Deutschland jährlich ca. 250.000 Schlaganfälle. Die Erkrankung ist hierzulande die dritthäufigste Todesursachen und der häufigste Grund für mittlere bis schwere Behinderungen. Rund eine Millionen Menschen leiden an den Folgen eines Hirnschlags.
Bei etwa 80 – 85 % aller Schlaganfälle ist eine Mangeldurchblutung des Gehirns durch eine Verengung oder einen Verschluss eines gehirnversorgenden Blutgefäßes die Ursache. In etwa 15 – 20 % der Fälle entsteht er durch Blutungen im Innern des Gehirns, z.B. durch das Platzen eines Gefäßes.

Quellen:
Larsson SC, Orsini N, Wolk A. Dietary magnesium intake and risk of stroke: a meta-analysis of prospective studies. Am J Clin Nutr 2011; doi: 10.3945/ajcn.111.022376.

Homepage der Deutschen Schlaganfallhilfe: www.schlaganfall-hilfe.de

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