"Eingeschlafene" Hände und Füße – manchmal fehlt Vitamin B12

September 2011

Die Hände oder Füße brennen, sie fühlen sich taub oder wie „eingeschlafen“ an, der Gang wird unsicher und die Bewegungskoordination ist gestört – diese Symptome können Folgen eines Vitamin B12-Mangels sein. In der Praxis wird das aber häufig nicht erkannt. Denn meist werden nur charakteristische Blutbildveränderungen als Zeichen eines Vitamin B12-Mangels gewertet. „Neurologische Störungen sind aber oft die frühesten und zum Teil auch die einzigen klinischen Symptome eines funktionellen Vitamin B12-Mangels“, gibt die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. zu bedenken. Sie können auch unabhängig von Blutbildveränderungen auftreten. In der Regel sind die Auswirkungen auf das Blutbild sogar umso geringer, je ausgeprägter die neurologischen Störungen sind - und umgekehrt.

Nach Angaben des IOM (Institute of Medicine, Washington D.C.) haben 75–90 % der Personen mit Vitamin B12-Mangel neurologische Störungen, und in etwa 25 % der Fälle sind sie die einzigen klinischen Anzeichen des Vitaminmangels.
Im Vordergrund dieser neurologischen Störungen stehen zunächst Taubheitsgefühle wie “eingeschlafene“ Hände oder Füße. Sie treten zuerst an den Füßen und dann gegebenenfalls an den Händen auf und breiten sich im Verlauf der Erkrankung auf die jeweiligen Beine und Arme aus. Auf diese Symptome folgen motorische Störungen, die sich durch Muskelschwäche, z. B. Unsicherheiten beim Gehen, sowie Koordinationsproblemen bis hin zu Lähmungserscheinungen äußern können. Wird der Vitaminmangel nicht behandelt, kann die Erkrankung zu schwerwiegenden bleibenden Schäden führen.

Durch die Schädigung der Nervenbahnen kann es aber auch zu psychischen Störungen kommen. Sie können in sehr unterschiedlicher Weise auftreten. Betroffene können eine eingeschränkte psychische Leistungsfähigkeit und Gedächtnisstörungen haben oder depressiv werden. Es kann aber auch zu Verwirrtheit, Regungslosigkeit und bis hin zur Starre kommen. „Diese Störungen sind zwar seltener als die Taubheitsgefühle an Händen und Füßen. Sie werden aber in der klinischen Praxis unterschätzt“, weiß Prof. Dr. Joachim Schmidt, Pharmakologe aus Dresden und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Gesellschaft für Biofaktoren e. V.

Wen kann ein Mangel treffen?
„Gerade bei älteren Menschen ist der Vitamin B12-Mangel ein unterschätztes Problem“, warnen die Experten von der GfB. Ein Defizit an Vitamin B12 wurde in Deutschland bei 10 bis 30 Prozent der „gesunden“ Personen über 65 Jahre diagnostiziert. Bei älteren Menschen ist oftmals die Aufnahme von Vitamin B12 aus der Nahrung gestört. Die Bildung der Magensäure kann altersbedingt abnehmen, wodurch das Vitamin schlechter aus der Nahrung herausgelöst und vom Körper aufgenommen wird. Außerdem benötigt das Vitamin B12 ein Transportmolekül, den so genannten Intrinsic-Faktor, um vom Darm ins Blut zu gelangen. Wird dieser Faktor im Magen nur eingeschränkt produziert, ist ebenfalls ein Vitamin-Mangel vorprogrammiert.
Da das Vitamin fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten ist, kann ein Mangel an Vitamin B12 ebenso bei strengen Vegetariern vorkommen, die nur pflanzliche Lebensmittel essen (Veganer). Auch wer verschiedene Medikamente einnimmt, wie Magensäureblocker oder das Diabetesmedikament Metformin, hat ein höheres Risiko für einen Vitamin B12-Mangel. Dies gilt zudem für Personen mit Erkrankungen des Magens und des Darms.

Besonders dramatisch kann ein Vitamin B12-Mangel bei Säuglingen und Kleinkindern verlaufen, deren Mütter bereits einen Mangel hatten, z. B. bei Müttern, die sich vegan ernähren. Beim Nachwuchs können schwerwiegende Veränderungen der Blutbildung und Störungen am Nervensystem entstehen, die rasch zu körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen führen.

Was tun beim Vitamin-B12-Mangel?
Bei einem Vitamin-B12-Mangel ist eine Vitaminergänzung sinnvoll und notwendig. „Durch die Behandlung mit Vitamin B12 kann in den genannten Fällen eine sehr rasche Besserung der Beschwerden erreicht werden“, berichtet Prof. Dr. Schmidt aus seiner langjährigen Erfahrung. Das Vitamin B12 in den Präparaten wird unabhängig von der Magensäurekonzentration aufgenommen und sorgt somit für den Ausgleich des Vitamindefizits. Hoch dosiertes Vitamin B12 (z.B. pro Tag ein Dragee mit 1000 µg) kann sogar bei fehlendem Intrinsic-Faktor vom Darm ins Blut gelangen.

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