Vitamin B12 - Mangel erhöht das Risiko für Demenz

November 2011

Wer auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12 achtet, bleibt im Alter vermutlich eher geistig fit. Denn US-amerikanische Forscher haben festgestellt, dass ein Mangel an Vitamin B12 den geistigen Abbau verstärken und sogar das Gehirn schrumpfen lassen kann. Die Ergebnisse dieser aktuellen Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Neurology“ veröffentlicht.

Vitamin B12 ist ein sogenannter Co-Faktor im Stoffwechsel. Bei einer Unterversorgung an dem Vitamin entstehen unerwünscht hohe Konzentrationen an Stoffwechselprodukten, die zugleich sensitive Marker für einen Vitamin B12-Mangel sind.
Christine C. Tangney und ihre Mitarbeiter von der Rush University Medical Center in Chicago und ihre Mitarbeiter haben 121 Personen im Alter von 65 Jahren und älter untersucht. Sie bestimmten neben Vitamin B12 die Konzentrationen dieser Marker für einen Mangel im Blut. Zudem nahmen die Probanden an Tests teil, in denen die Wissenschaftler ihr Gedächtnis und ihre geistige Leistungsfähigkeit prüften. Am Ende der Studie von im Durchschnitt 4,5 Jahren wurden zusätzlich ihre Gedächtnisleistungen und das Hirnvolumen mittels Scans untersucht.

Die Forscher stellen fest, dass die Teilnehmer mit erhöhten Konzentrationen an Markern für einen Vitamin B12-Mangel in den Tests schlechter abschnitten als die Personen, die besser mit diesem Vitamin versorgt waren. Im Vergleich hatten diese Probanden ein kleineres Hirnvolumen und Anzeichen für Abbauprozesse. Tagney und ihre Kollegen schlossen aus diesen Ergebnissen, dass ein Vitamin B12-Mangel ein Risikofaktor für das Schrumpfen des Gehirns und den geistigen Abbau ist. Weitere Untersuchungen seien jedoch erforderlich, um den Zusammenhang zu untermauern.

Vitamin B12 ist für die Blutbildung und die Leistungsfähigkeit des Nervensystems von großer Bedeutung. „Dabei werden vor allem die nervalen Auswirkungen eines Mangels an diesem Vitamin in der Praxis häufig unterschätzt“, kommentiert die Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB). Die Wissenschaftler von der GfB weisen darauf hin, dass bereits vorangegangene Untersuchungen wiederholt einen Zusammenhang zwischen Vitamin B12-Mangel und verminderter geistiger Leistungs-fähigkeit aufgezeigt haben. Eine ausreichende Vitamin B12-Versorgung könne somit möglicherweise dazu beitragen, dem Abbau der geistigen Fähigkeiten im Alter und der Demenz entgegen zu wirken, lautet die Schlussfolgerung der GfB.

Insbesondere ältere Menschen seien jedoch häufig unzureichend mit Vitamin B12 versorgt. Dem Mangel im Alter liege meist eine gestörte Aufnahme des Vitamins aus der Nahrung zugrunde, da im Alter weniger Magensäure gebildet wird, erklärt die GfB. Die Säure sei aber notwendig, damit das Vitamin aus der Nahrung herausgelöst wird und in den Körper gelangt. Außerdem benötige der Körper für den Transport des Vitamins vom Darm ins Blut einen so genannten Intrinsic-Faktor. Wird diese Substanz im Magen nicht ausreichend gebildet, komme es ebenfalls zu einem Vitamin B12-Mangel, erläutert die GfB. Auch einige Medikamente, wie Magensäureblocker oder das Diabetes-Medikament Metformin, stören die Vitamin B12-Aufnahme und -Verwertung.

Um einen Vitamin B12-Mangel auszugleichen, ist eine Ergänzung durch ein Präparat sinnvoll, rät die GfB. Das Vitamin B12 in Präparaten könne unabhängig von der Menge an Magensäure aufgenommen werden und bei höherer Dosierung (1 mg/Tag) sogar bei fehlendem Intrinsic-Faktor ins Blut gelangen.

Quellen:
CC Tangney, NT Aggarwal, H Li, RS Wilson, C DeCarli, DA Evans, MC Morris: Vitamin B12, cognition, and brain MRI measures. A cross-sectional examination. Neurology 77 (13): 1276-1282 (2011)

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