Achtung vor herzgefährdenden Mineralstoffverschiebungen: Bei Kalzium-Einnahme auch an Magnesium denken!

November 2010

Wer den Mineralstoff Kalzium hochdosiert in Form von Präparaten einnimmt, um seine Knochen zu stärken und der Osteoporose vorzubeugen, sollte unbedingt auf eine ausreichende Magnesium-Zufuhr achten. Darauf weist die Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) hin. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist das eine wichtige Voraussetzung, um unerwünschte Folgen hoher Kalzium-Dosen zu vermeiden.

Erst kürzlich haben aktuelle Studien Neuseeländischer Wissenschaftler Aufsehen erregt: Sie haben den Verdacht ergeben, dass ältere Frauen, die zur Osteoporose-Prävention Kalzium-Präparate einnehmen, ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt haben1. Obwohl andere Studien u.a. aus den USA2 und London3 diesen Verdacht nicht bestätigten, gibt die Gesellschaft für Biofaktoren zu bedenken, dass eine hohe Kalzium-Zufuhr einen Mangel an dem Mineralstoff Magnesium verstärkt. Als Ursache für diese Mineralstoffverschiebungen vermuten Wissenschaftler, dass große Kalzium-Mengen die Ausscheidung von Magnesium über die Niere erhöhen. So könnte die Kalzium-Ergänzung für die Knochen Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern, erklärt die Fachgesellschaft. Denn Magnesium ist für die Herz- und Gefäßfunktion unerlässlich.

Auf diese Zusammenhänge weisen auch Untersuchungen der amerikanischen Magnesium-Expertin Mildred Seelig 1920-2005 hin: Bei Ratten, Hunden und Kälbern, die über das Futter wenig Magnesium und sehr viel Kalzium aufnahmen, beobachtete sie gefährliche Veränderungen im Herz-Kreislauf-System: Teile des Herz-Gewebes starben ab, es bildeten sich so genannte Nekrosen, und die Gefäßverkalkung wurde gefördert. Durch eine gesteigerte Magnesium-Zufuhr ließen sich diese Schäden verhüten4.

Aufgrund dieser Befunde rät die GfB, bei Einnahme von Kalzium-Präparaten immer auch die Magnesium-Versorgung im Blick zu behalten. Der Mineralstoff ist vor allem in Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten enthalten. Das sind Lebensmittel, die nicht auf jedem Speiseplan in üppigen Mengen vorhanden sind. "Bei den üblichen Ernährungsgewohnheiten ist die Magnesium-Zufuhr häufig grenzwertig bis ungenügend", betonen daher die Experten von der GfB. Sie empfehlen in diesen Fällen, zusätzlich ein Magnesium-Präparat einzunehmen. Zum Schutz von Herz und Kreislauf ist das Magnesiumsalz der Orotsäure, das Magnesiumorotat, von besonderem Nutzen, da es die Bindung von Magnesium im Herzgewebe fördert.
In diesem Zusammenhang weist die Fachgesellschaft eindrücklich darauf hin, dass Magnesium und Kalzium gleichzeitig eingenommen werden können. Die Aufnahme der Mineralstoffe aus dem Darm wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Quellen:
1 BMJ 2008; 336:262-6; BMJ 2010: 341:c3691
2 LaCroix et al: J. Gerontol. a. Biol. Sci. Med Sci. 2009; 64: 559-67
3 Shah et al.: Pharmacoepidemiol. Drug Saf. 2010; 19: 59-64
4 MS Seelig: Magnesium Deficiency in the Pathogenesis of Disease.
Plenum Med. Book Comp., New York/London. 1980: 169-170

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