Ernährung der Deutschen auf dem Prüfstand: Oberflächlich zu viel - im Detail zu wenig?

März 2009

"Eure Nahrung soll Euer Heilmittel sein". Das wusste bereits 400 Jahre v. Chr. der berühmte griechische Arzt Hippokrates. Wie Recht er damit hatte, ist heute hinreichend wissenschaftlich belegt: "Unser Ernährungsverhalten kann unsere Gesundheit entscheidend beeinflussen", erinnert die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. (GfB) anlässlich des Tags der gesunden Ernährung am 7. März 2009. Die Wissenschaftler appellieren: "Durch die richtige Nahrungsauswahl könnten die schwerwiegendsten Gesundheitsprobleme der Deutschen, vom Diabetes bis zu den Herz-Kreislauferkrankungen, erheblich eingedämmt werden".

Dabei komme es nicht nur darauf an, ein Zuviel an Kalorien, Fett und Zucker zu vermeiden, sondern auch auf mögliche Defizite an lebenswichtigen Biofaktoren wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu achten. Ein Mangel an diesen Stoffen könne Volkskrankheiten wie Adernverkalkung, Diabetes, Demenz und Osteoporose erheblich vorantreiben, warnen die Experten von der GfB. Und der Mangel im Überfluss sei ein verbreitetes Problem: 66% der Männer und 51% der Frauen in Deutschland sind übergewichtig, so das alarmierende Ergebnis der 2008 veröffentlichten Nationalen Verzehrsstudie. Gleichzeitig wurden in der bevölkerungsrepräsentativen Querschnittsuntersuchung teilweise erhebliche Lücken in der Vitamin- und Mineralstoff-Versorgung aufgedeckt. "Beträchtliche in der Studie aufgeführte Randgruppen erreichen die Zufuhrempfehlungen aufgrund unausgewogener, ungünstiger Nahrungsauswahl nicht", erklärt der Vorsitzende der GfB, Prof. Hans-Georg Classen von der Universität Hohenheim. Dies gelte insbesondere für Folsäure und Vitamin D, aber auch für die Vitamine A, E, B-Komplex und Vitamin C sowie für Calcium, Magnesium, Zink und Jod.

Gefährlicher Teufelskreis: Krankheiten rauben Biofaktoren

Die Wissenschaftler von der GfB weisen außerdem eindringlich darauf hin, dass das Risiko für Mangelzustände erheblich verschärft wird, wenn Krankheiten, Medikamente oder Stress den Bedarf an Biofaktoren erhöhen. Hier könne selbst eine gesunde, biofaktorenreiche Ernährung an ihre Grenzen stoßen. Schleichen sich latente Mangel-Zustände ein, können chronische Erkrankungen gefährlich hochgeschaukelt werden:
So verursachen beispielsweise Störungen des Zuckerstoffwechsels (Diabetes mellitus) oder Medikamente, die häufig bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verordnet werden (Diuretika), mitunter erhebliche Verluste an dem Mineralstoff Magnesium.
Magnesium-Defizite fördern wiederum Bluthochdruck, Herz-Rhythmusstörungen, die Bildung von Blutgerinnseln und einen Diabetes.
Neuesten Erkenntnissen zufolge verlieren Diabetiker außerdem aufgrund eines krankheitsbedingten Nierendefekts oftmals extrem viel Vitamin B1 über den Urin. Vitamin B1-Defizite können aber Nerv- und Gefäß-Schäden verursachen und so die Entstehung diabetischer Folgeerkrankungen anheizen. Durch eine gezielte Biofaktoren-Ergänzung könnten diese Gesundheitsrisiken eingedämmt werden:
So zeigten Studien, dass eine fettlösliche Vorstufe von Vitamin B1, das Benfotiamin, bei Diabetikern nerv- und gefäßschützende Eigenschaften hat und diabetische Nervenschäden (Polyneuropathien) lindert. Der Vitaminabkömmling wird vom Körper und den Geweben wesentlich besser aufgenommen als herkömmliches, wasserlösliches Vitamin B1, und kann Vitamin-Defizite rasch ausgleichen.

Empfehlung der Gesellschaft für Biofaktoren

Insgesamt sollte der Ernährung als einem der "wirksamsten Mittel" zur Gesunderhaltung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden, appelliert die Gesellschaft für Biofaktoren. Wer weiß, worauf es ankommt, muss weder hungern noch auf Genuss verzichten: Ein abwechslungsreiche Kost mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, aber weniger tierischem Fett, Zucker und Weißmehlprodukten liefert lebenswichtige Biofaktoren, ist gesund und gleichzeitig der "schlanken Linie" förderlich.
"Wenn eine Umstellung des Ernährungsverhaltens nicht möglich ist oder ein durch Krankheiten, Medikamenteneinnahme oder Stress bedingter Mehrbedarf vorliegt, ist eine gezielte Ergänzung durch geeignete Präparate zu empfehlen", so das klare Statement der GfB.

Detaillierte Informationen, z.B. über Risikogruppen oder krankheits- und medikamentös bedingte Vitamin-Defizite, finden sich auf der Internet-Seite der Gesellschaft für Biofaktoren unter www.gf-biofaktoren.de.

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