Lebensweise der Mutter während der Schwangerschaft prägt Figur und Krankheitsrisiko der Nachkommen

Juli 2008

Wer sich im ewigen Kampf mit den überschüssigen Pfunden befindet, sollte einmal seine Mutter nach ihrer Lebensweise während der Schwangerschaft befragen. Denn sowohl eine zu üppige als auch eine mangelhafte Ernährung der Mutter in dieser Zeit kann offensichtlich dazu beitragen, dass ihr Sprössling später übergewichtig, zucker- und herzkrank wird.

Wenn der heranwachsende Fötus im Bauch nur dürftig mit Nährstoffen versorgt wird, muss sein Stoffwechsel auf Hochtouren arbeiten, um das Wenige, das er bekommt, optimal ausnutzen zu können.
Ist der Stoffwechsel einmal auf diese gute "Futterverwertung" eingestellt, lässt er sich später anscheinend nicht mehr umprogrammieren.

Wie Wissenschaftler um Professor Berthold Hocher von der Berliner Charité in "Circulation online" berichteten, kann so bereits im Mutterleib eine Insulinresistenz geprägt werden. Das bedeutet, dass das Schlüsselhormon des Zuckerstoffwechsels, das Insulin, an Wirksamkeit verliert. Die Insulinresistenz fördert nicht nur den Fettansatz, sondern ist auch die Basis für die Entstehung zahlreicher Zivilisationsleiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.
Paradoxerweise sind die Folgen der Mangelernährung in der Schwangerschaft die gleichen wie die der Überernährung: Wird das Ungeborene mit Nährstoffen überflutet, schüttet es bestimmte stoffwechselregulierende Hormone, wie Insulin und Leptin, in großen Mengen aus. Dauerhaft erhöhte Hormonspiegel verschieben beim Kind die Hormonmessfühler, so dass der Überfluss später als normal gilt. Ein übermäßiger Appetit ist vorprogrammiert.

Auch rauchende Mütter scheinen ihrem Nachwuchs die Gewichtsprobleme mit auf den Lebensweg zu geben. Zu diesem Schluss kamen US-Wissenschaftler nach der Analyse mehrerer Studien mit insgesamt 84.563 Teilnehmern: Im Vergleich zu Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft nicht geraucht hatten, war bei den Nachkommen der rauchenden Frauen das Risiko, übergewichtig zu werden, um 50% erhöht (Int J Obesity 32, 2008, 201).

Gute Biofaktoren-Versorgung der Mutter senkt Leukämie-Risiko des Kindes

Die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft kann offensichtlich sogar einen Einfluss auf das Krebs-Risiko des Kindes haben: Wissenschaftler der Krebs-Stiftung West-Australien stellten fest, dass Schwangere, die genug Folsäure und Eisen zu sich nehmen, dadurch wahrscheinlich bei ihren Kindern das Risiko senken, später an akuter lymphatischer Leukämie zu erkranken, der häufigsten Krebsart bei Kindern. Waren die an der Studie teilnehmenden Mütter während der Schwangerschaft optimal mit dem Spurenelement Eisen versorgt, hatte der Nachwuchs im Vergleich zu dem der unzureichend mit Eisen versorgten Mütter ein um 25% geringeres Leukämie-Risiko. Nahmen die Frauen während der Schwangerschaft zusätzlich noch genug von dem B-Vitamin Folsäure zu sich, war das Risiko sogar um 60% verringert (The Lancet 2001, Vol. 358, Nr. 1935).
"Da der Vitaminbedarf in der Schwangerschaft deutlich erhöht ist, ist die Ergänzung von Folsäure, Vitamin B12 und Eisen in Form von Präparaten dringend zu empfehlen", kommentierte die Gesellschaft für Biofaktoren e.V. die Ergebnisse. Zumal auch nachgewiesen sei, dass ein Mangel an Folsäure und Vitamin B12 während der Schwangerschaft das Risiko für Fehlbildungen beim Kind erhöht, so die Wissenschaftler.
Um den gesunden Weg zwischen Über- und Mangelernährung zu finden, sollten werdende Mütter auf eine ausgewogene Ernährung mit viel vitaminreichem Obst und Gemüse, Vollkornprodukten, fettarmem Fleisch, Fisch und Milch achten, raten die Experten von der GfB. Ein Zuviel an Kalorien, tierischem Fett, Zucker und Salz sollte hingegen vermieden werden.

Downloads:

Presse-Kontakt:

E-Mail: info@gf-biofaktoren.de

Zum Betrachten von PDF Dateien benötigen Sie z.B. den Adobe PDF Reader, denn Sie hier downloaden können.

zurück