Hinweis der Gesellschaft für Biofaktoren zum Welt-Diabetestag: Diabetiker sollten sich vor einem Magnesium-Mangel hüten!

November 2008

Zuckerkranke Menschen müssen bekanntlich besonders sorgfältig ihren Speiseplan zusammenstellen. Dabei geht es nicht nur um das Zählen von Kohlenhydraten, Kalorien und Broteinheiten. Sondern der Teufel steckt auch im Detail - nämlich in der Versorgung mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen: "Viele Diabetiker haben einen Magnesium-Mangel", warnt die Gesellschaft für Biofaktoren e.V.. Defizite an dem Mineralstoff fördern aber den Diabetes und offensichtlich auch die gefürchteten Folgeschäden der Erkrankung - vom Herzinfarkt bis zur Erblindung.
"Diabetiker sollten daher unbedingt auf eine ausreichende Magnesium-Zufuhr achten", appelliert die GfB anlässlich des Welt-Diabetestags am 14. November 08.

"Insbesondere bei einem schlecht eingestellten Blutzucker-Spiegel wird viel Magnesium über den Harn aus dem Körper herausgeschwemmt", erklären die Wissenschaftler von der GfB. Demzufolge seien viele Diabetiker nicht ausreichend mit dem wichtigen Biofaktor versorgt: In einer Studie an der Universität Stuttgart-Hohenheim wiesen von rund 5.500 Diabetikern nur 11% der insulinpflichtigen und 15% der nicht-insulinpflichtigen Patienten optimale Serum-Magnesiumwerte (über 0,80 mmol/L) auf (Mag-Bull 22: 53-59).

Kleines Mineral - große Wirkung

Für den Organismus bedeutet das: Einer der wichtigsten Treibstoffe fehlt, und lebenswichtige Stoffwechselvorgänge können erheblich gestört werden. Mehr als 300 Enzyme benötigen das in der Nahrung enthaltene Mineral für ihre Funktion. Unter anderem ist es für den Zuckerstoffwechsel und die Gesundheit von Herz und Kreislauf unerlässlich. Entsprechend schwerwiegend können die Folgen einer Unterversorgung sein:
"Umfangreiche epidemiologische Studien zeigten, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei erniedrigten Magnesium-Konzentration im Blut erhöht ist", weiß der Magnesium-Forscher Prof. Hans-Georg Classen von der Universität Hohenheim.
In Anbetracht der Tatsache, dass mehr als 75 % aller Diabetiker an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, sollte diesem leicht vermeidbaren Risikofaktor - nach Ansicht der GfB - mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Classen verweist auf neuste Erkenntnisse aus der Magnesium-Forschung. Denen zufolge scheint ein Magnesium-Mangel entzündliche Prozesse zu fördern, die wiederum die Blutgefäß-Wände schädigen. Dadurch steigt das Risiko für Gefäß-Komplikationen wie Thrombosen und Herzinfarkte an (Int. Obes. Relat. Metab, Disord. 2002; 26: 469-74). Bei Diabetikern sind die Entzündungsmarker häufig deutlich erhöht.

Ebenso stehen vermutlich diabetische Augenschäden (Retinopathien) im Zusammenhang mit Defiziten an dem Mineralstoff: Wie eine Meta-Analyse ergab, haben Diabetiker mit einer Retinopathie noch niedrigere Magnesium-Konzentrationen im Blut-Serum als Zuckerkranke ohne diese Komplikation. ("Diabetes und Stoffwechsel": 2003; 12: 285-289).

Viel Magnesium - niedrigeres Diabetes-Risiko

Eine gute Magnesium-Versorgung scheint nicht nur vor diabetischen Folgeerkrankungen schützen zu können, sondern auch den Diabetes an sich positiv zu beeinflussen:
Mehrere große Untersuchungen zeigten, dass mit steigender Magnesium-Zufuhr über die Nahrung das Risiko sinkt, an einem Diabetes zu erkranken.
"Studien aus Italien, Brasilien und Mexiko ergaben, dass durch Magnesium-Gaben die Wirksamkeit des Insulins verbessert werden kann", weiß Classen. Der Wirkverlust dieses Schlüsselhormons des Zuckerstoffwechsels ist die wesentliche Ursache des Typ 2 Diabetes.

Der wissenschaftliche Beirat der GfB empfiehlt daher allen Diabetikern und Gefährdeten auf eine vollwertige Ernährung zu achten. Der Mineralstoff steckt vor allem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und in Magnesium-reichem Mineralwasser. Zusätzlich sei die Einnahme eines geeigneten Magnesium-Präparats sinnvoll.
Denn krankheitsbedingte Mangelzustände seien über die Ernährung allein oft schwer auszugleichen.
Bei Herz-Kreislauf-Kranken und -Gefährdeten wie Diabetikern komme erschwerend hinzu, dass gerade die Herzzellen häufig an Magnesium verarmen. Um dem entgegen zu wirken, seien Präparate mit der Verbindung Magnesium-Orotat von besonderem Nutzen, raten die Wissenschaftler von der GfB:
Der Biofaktor Orotat ist ein natürlicher Magnesium-Fixateur. Das heißt, er bindet den Mineralstoff in den Zellen und wirkt so Magnesium-Verlusten im Herzmuskel-Gewebe entgegen. Gleichzeitig fördert die Substanz aus der Molke den Energiestoffwechsel und die Belastbarkeit des Herzens.

Wie wird ein Magnesium-Mangel diagnostiziert?

Um einen Anhaltspunkt über den Versorgungszustand zu erhalten, empfehlen Experten Messungen des Serum-Magnesiums, z.B. in halbjährlichem Abstand: Bei erniedrigten Konzentrationen (unter 0,76 mmol/L) liegt ein Mangel vor, der behoben werden sollte. Grenzwertig sind Mengen bis 0,8 mmol/L. Anzustreben ist ein Serum-Wert von 0,85 mmol Magnesium/L.

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