Gesellschaft für Biofaktoren e.V.
Postfach: 40 03 20
70403 Stuttgart
Fax: 0711 - 540 64 75
info@gf-biofaktoren.de

FAQ

Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Themen rund um Biofaktoren (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und andere physiologische Substanzen).

Was sind Biofaktoren?

Biofaktoren sind physiologische, das heißt natürliche und körpereigene Substanzen, die am Stoffwechsel beteiligt sind. Zu den Biofaktoren zählen vor allem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren, essentielle Aminosäuren und Vitaminoide (Vitamin-Ähnliche). Der Körper muss immer ausreichend mit Biofaktoren versorgt sein, damit keine Mangelzustände entstehen. In höheren Konzentrationen können Biofaktoren auch therapeutische Wirkungen besitzen und damit Arzneimittelcharakter haben.

Was sind mögliche Ursachen für einen Biofaktoren-Mangel?

Ein Mangel an Biofaktoren entsteht, wenn die Zufuhr nicht den Bedarf des Körpers deckt. Das kann zum einen der Fall sein, wenn die Ernährung einseitig ist, wenn häufig Diäten durchgeführt werden oder wenig vollwertige, vitalstoffreiche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Vollkorngetreideprodukte auf dem Speiseplan stehen. Aber auch bei einer ausgewogenen Ernährung kann ein Mangel entstehen, wenn der Bedarf des Körpers an Biofaktoren erhöht ist. Das kann z.B. auftreten, wenn bestimmte Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente im Magen-Darm-Trakt nicht in ausreichender Menge die Darmwand passieren und in das Blut gelangen können – weil die Aufnahme (Resorption) durch Erkrankungen, Medikamente, Genussmittel oder altersbedingt gestört ist.
Einige Krankheiten und Arzneimittel fördern auch die Ausscheidung von Biofaktoren oder behindern ihre Wirkungen.
Auch hohe Anforderungen an den Körper, wie Schwangerschaft, Stillzeit, Wachstum, Stress oder Leistungssport erhöhen den Biofaktoren-Bedarf und das Risiko für einen Mangel, wenn nicht auch die Zufuhr entsprechend steigt.

Wer zählt zu den Risikogruppen für einen Mangel?

Risikogruppen für einen Mangel an Biofaktoren sind zum Beispiel:

  • Personen, die sich einseitig ernähren oder einseitige Diäten machen,
  • Patienten mit chronischen Magen-Darm-Erkrankungen und -Operationen
  • chronisch Kranke (z.B. Patienten mit Diabetes, Tumoren, Bluthochdruck oder Niereninsuffizienz),
  • Patienten mit regelmäßiger Einnahme von Medikamenten, welche die Biofaktoren-Bilanz verschlechtern,
  • ältere Menschen (durch alters- und medikationsbedingte Störungen der Nährstoff-Aufnahme und -Verwertung), Kinder und Jugendliche (Wachstum),
  • Personen mit hohem Genussmittel - z.B. Alkoholkonsum,
  • Schwangere und stillende Frauen,
  • Leistungssportler,
  • chronisch gestresste Personen.

Wie kann ein Mangel festgestellt werden?

Zunächst geht man von einem Verdacht aus: Wenn Mangelsymptome auftreten oder wenn ein erhöhtes Mangel-Risiko besteht, könnte die Versorgung des Körpers mit lebenswichtigen Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen unzureichend sein.
Um Ihr Risiko einzuschätzen sollten Sie zunächst Ihre Ernährungsgewohnheiten kritisch hinterfragen: Ist Ihre Ernährung abwechslungsreich und ausgewogen? Essen Sie ausreichend viel und regelmäßig frisches Obst, Gemüse, Vollkorngetreideprodukte, Milchprodukte und ab und zu Fisch und Fleisch? Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle? Außerdem sollten Sie überprüfen, ob Sie Medikamente einnehmen (Beipackzettel beachten) oder an Krankheiten leiden, die ihren Vitamin- oder Mineralstoffbedarf erhöhen.
Unsere Service-Angebote auf dieser Homepage erleichtern Ihnen Ihren persönlichen Risiko-Check: Hier finden Sie z.B. Informationen über Mangelsymptome, einen Biofaktoren-Check, der Ihre Ernährung und persönliche Risikofaktoren prüft, und eine Übersicht über Arzneimittel, die die Biofaktoren-Versorgung beeinträchtigen können, die Vitamin-Räuber-Übersicht.
Ein Mangel-Verdacht kann schließlich auch noch durch eine Blutuntersuchung überprüft werden, bei der die Konzentration der fraglichen Biofaktoren im Blut gemessen wird. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren!

Kann auch ein subklinischer Mangel, der keine Beschwerden verursacht, auf Dauer der Gesundheit schaden?

Wenn typische Mangel-Symptome auftreten, besteht meist schon ein erhebliches Defizit an einem bestimmten Nährstoff. Aber auch ein Mangel, der keine Beschwerden verursacht, kann auf Dauer der Gesundheit schaden und chronisch degenerative Erkrankungen fördern. So begünstigt beispielsweise eine Unterversorgung mit Calcium, Vitamin D oder Magnesium die Entstehung einer Osteoporose („Knochenschwund“). Oder ein Magnesium-Mangel erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Kann eine ausgewogene, vollwertige Ernährung die Versorgung mit allen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sicherstellen?

Nur bedingt. Selbst eine gesunde, biofaktorenreiche Ernährung kann an ihre Grenzen stoßen, wenn chronische Krankheiten, Medikamente oder Stress den Bedarf an Biofaktoren erhöhen. Umso kritischer wird es, wenn sich diese Risikogruppen auch noch unausgewogen ernähren.

Sind Multivitamin-Präparate sinnvoll?

Prinzipiell enthält eine abwechslungsreiche Mischkost mit viel frischem Obst und Gemüse, Vollkornbrot, Milchprodukten, pflanzlichen Ölen sowie ab und zu Fisch und Fleisch eine ausgewogene „Multi-Vitamin-Mischung“. Trotzdem kann unter bestimmten Umständen die Versorgung mit bestimmten Biofaktoren unzureichend sein (s. Mangel). Die Gesellschaft für Biofaktoren rät dazu, gezielt die Vitamine zu ergänzen, an denen ein Mangel oder ein erhöhtes Risiko für einen Mangel besteht. Eine Ergänzung nach dem Gießkannenprinzip ist hier nicht sinnvoll. Geeignet können Vitamin-Kombinationen sein, die speziell dem Bedarf bestimmter Risikogruppen angepasst sind, wie z.B. Diabetiker-Vitamine oder Kombinations-Präparate für den Knochenaufbau.

Können Biofaktoren auch überdosiert werden?

Auch für Vitamine und Mineralstoffe gilt, dass zu viel des Guten auch negative Effekte haben kann. Bei sehr hohen Dosierungen, die in deutschen Präparaten aber nicht zugelassen sind, ist Vorsicht geboten. Und: Vor der Einnahme sollte auch bei Vitamin- und Mineralstoffpräparaten der Beipackzettel gelesen und die Dosierungsempfehlung beachtet werden. Hier findet man z.B. auch Hinweise darauf, wann man entsprechende Präparate nicht einnehmen sollte. So sollte man z.B. Magnesium-Präparate bei schweren Nierenerkrankungen nur nach Absprache mit dem Nephrologen (Nierenfacharzt) einnehmen, da dann die Ausscheidung gestört sein kann und der Körper dadurch zu viel von dem Mineralstoff anreichert. Unter normalen Umständen wird ein Überschuss über die Nieren ausgeschieden. Ansonsten können bei höher dosierter Magnesium-Einnahme ggf heftige Durchfälle auftreten, die durch Dosisreduktion vermieden werden können. Wenn Sie nach Einnahme von Biofaktoren befürchten, Zeichen einer Überdosierung oder Unvertäglichkeit zu beobachten, die längere Zeit anhalten, sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren.

Weitere Informationen:
www.efsa.europa.eu/en/ndatopics/docs/ndatolerableuil.pdf